Kurz zusammengefasst
Das Wichtigste vorab.
- Planen Sie vom späteren Einsatz aus: Jede Aufnahme braucht ein Thema, einen Adressaten und einen Verwendungszweck.
- Bereiten Sie Fragen und Situationen vor, statt Mitarbeitende lange Werbetexte auswendig lernen zu lassen.
- Legen Sie Auswahl, Schnitt, Freigabe und Veröffentlichung bereits vor dem Produktionstag fest.
Beginnen Sie mit den Fragen Ihrer Kunden
Sammeln Sie zunächst die Fragen, die in Beratungsgesprächen, E-Mails und im Vertrieb tatsächlich auftreten. Welche Leistung wird häufig missverstanden? Was möchten Interessenten vor einer Entscheidung sehen? Welche Arbeitsschritte zeigen Ihre Qualität? Wählen Sie daraus wenige zusammenhängende Themen. Ein klar umrissenes Thema lässt sich leichter erklären als die gesamte Unternehmensgeschichte in einem Video.
Erstellen Sie pro Thema einen kurzen Produktionsauftrag: Zielgruppe, zentrale Aussage, gewünschte Reaktion und geeignete Person. Ein Immobilienunternehmen könnte beispielsweise den Ablauf einer Objektaufnahme erklären; ein Logistikunternehmen einen konkreten Übergabeschritt zeigen. Das sind mögliche Motive, keine fertigen Aussagen über Ihr Unternehmen. Prüfen Sie, was vor Ort wirklich gezeigt werden kann.
Entscheiden Sie vor dem Dreh über die Ausgabeformate
Notieren Sie für jedes Motiv, ob es auf einer Website, in einem Beitrag, in einer Anzeige oder als Kurzvideo erscheinen soll. Google empfiehlt für seine Video- und App-Kampagnen unterschiedliche Seitenverhältnisse: horizontal 16:9, vertikal 9:16 und quadratisch 1:1. Daraus folgt für die Vorbereitung: Besprechen Sie mit der Produktion, welche Ausschnitte gebraucht werden und welche Szenen separat aufgenommen werden müssen.
Eine Aufnahme lässt sich nicht automatisch in jedes Format übertragen. Bei mehreren Personen, großen Räumen oder eingeblendeten Informationen kann ein enger Hochformatausschnitt wesentliche Inhalte verlieren. Planen Sie deshalb bewusst Platz für spätere Texte und Untertitel ein. Halten Sie außerdem fest, welche Bilder ohne Text gebraucht werden und welche Motive als Standbild funktionieren sollen.
Quelle: Google Ads: Quadratische und vertikale Videos verwenden
Bauen Sie einen Drehplan mit realistischen Übergängen
Ordnen Sie den Tag nach Orten, Lichtbedingungen und verfügbaren Personen. Zwischen zwei Interviews gehören Zeitfenster für Tonprüfung, Umbau und kurze Pausen. Fassen Sie Aufnahmen am gleichen Ort zusammen, sofern das inhaltlich und organisatorisch passt. Eine priorisierte Motivliste hilft, bei Verzögerungen zuerst die unverzichtbaren Inhalte zu sichern.
Geben Sie Mitwirkenden vorab die Themen und einige Leitfragen. Bitten Sie um konkrete Erlebnisse, Erklärungen und Beispiele aus der Arbeit. Fragen wie „Was prüfen Sie vor der Übergabe?“ liefern einen klaren Gesprächseinstieg. Planen Sie eine zuständige Person ein, die Räume, Kleidung, Arbeitsmaterialien und mögliche Störungen abstimmt. Klären Sie auch, welche Personen, Unterlagen und Bereiche aufgenommen werden dürfen.
- Pflichtmotive: Inhalte, ohne die das geplante Kommunikationsziel nicht erreicht wird.
- Ergänzende Motive: Arbeitsdetails, Räume, Teaminteraktion und passende Schnittbilder.
- Reservemotive: Inhalte, die bei verfügbarer Zeit zusätzlich entstehen können.
Sichern Sie brauchbare Varianten statt beliebig viel Material
Prüfen Sie früh eine Probeaufnahme: Ist die Aussage verständlich, der Ton sauber und der Hintergrund passend? Nehmen Sie bei wichtigen Aussagen eine kurze und eine ausführlichere Fassung auf. So kann die spätere Redaktion verschiedene Einstiege gestalten, ohne den Sinn einer Antwort verändern zu müssen. Ergänzen Sie nachvollziehbare Arbeitssituationen, die das Gesagte tatsächlich zeigen.
Dokumentieren Sie nach jedem Themenblock kurz, was gut funktioniert hat und welche Aussage noch fehlt. Verzichten Sie auf Szenen, die einen Arbeitsalltag behaupten, den es so nicht gibt. Für Interviews helfen abgeschlossene Antworten mit verständlichem Kontext: Ein Satz wie „Wir prüfen danach die Unterlagen“ bleibt ohne den vorherigen Zusammenhang schwer einzuordnen.
Planen Sie den Weg vom Rohmaterial zur Veröffentlichung
Bestimmen Sie eine verantwortliche Person für die gebündelte Rückmeldung. Fachliche Prüfung, Schreibweisen, Bildauswahl und Änderungswünsche sollten zusammengeführt werden. Vereinbaren Sie, welche Dateiversion freigegeben ist und wo fertige Inhalte abgelegt werden. Ein übersichtlicher Plan enthält Thema, Kanal, Format, Freigabestatus und den vorgesehenen Veröffentlichungstermin.
Bewerten Sie anschließend pro Inhalt das ursprüngliche Ziel: Wird eine häufige Frage beantwortet, eine Leistung verständlicher oder ein nächster Schritt genutzt? Rückmeldungen aus Vertrieb und Kundenservice ergänzen die Kanalzahlen. anwision verbindet in Hamburg die Contentplanung mit Film, Fotografie und laufender Kanalbetreuung. Der passende Umfang richtet sich nach Ihren Themen, Ihrem Materialbedarf und den verfügbaren Personen.
Ein Entscheidungsbeispiel: Welche Motive haben am Drehtag Vorrang?
Angenommen, ein Unternehmen möchte seine Beratung erklären und zugleich neue Teamfotos erstellen. Für das Beratungsthema ist ein Interview mit einer fachlich verantwortlichen Person vorgesehen. Parallel soll eine Arbeitssituation mit mehreren Mitarbeitenden aufgenommen werden. Wenn nur ein gemeinsames Zeitfenster verfügbar ist, sollten Sie die Gruppe zuerst einplanen und das Einzelinterview um dieses Zeitfenster herum organisieren. Maßgeblich sind die tatsächlichen Abhängigkeiten vor Ort.
Legen Sie vorab fest, welche Information jedes Pflichtmotiv vermitteln soll. Ein Gespräch am Besprechungstisch zeigt zunächst nur eine Situation. Erst ein nachvollziehbarer Ablauf, ein passendes Detail oder eine begleitende Erklärung macht deutlich, worum es in der Beratung geht. Besprechen Sie deshalb auch die Schnittbilder: Welche Unterlagen, Werkzeuge oder Handgriffe dürfen sichtbar sein und tragen tatsächlich zum Verständnis bei?
Wenn eine geplante Person kurzfristig ausfällt, prüfen Sie die Aussage des Motivs erneut. Eine andere Person kann möglicherweise den Ablauf erklären, aber keine persönliche Erfahrung der ausgefallenen Person übernehmen. Alternativ lässt sich ein Detailmotiv sichern und die fachliche Erläuterung später aufnehmen. Dokumentieren Sie die offene Stelle, damit sie in der anschließenden Redaktion nicht übersehen wird.
Zum Abschluss des Tages hilft ein Abgleich zwischen Motivliste und Material: Welche Aussage ist vollständig, welche braucht Kontext und welche lässt sich aktuell nicht verwenden? Teilen Sie diese Einschätzung mit der Person, die Schnitt und Texte übernimmt. Ein sauber dokumentierter offener Punkt ist hilfreicher als ein vermeintlich fertiger Inhaltsbaustein, dessen Bedeutung erst in der Postproduktion erraten werden muss.
Auf Ihr Vorhaben übertragen
Ihre Checkliste.
Häufige Fragen
Noch eine Frage?
Wie viele Inhalte entstehen an einem Content Day?
Das hängt von Vorbereitung, Motivwechseln, Personen und Produktionsaufwand ab. Definieren Sie zunächst die benötigten Inhalte und lassen Sie darauf aufbauend einen realistischen Drehplan erstellen. Eine pauschale Stückzahl sagt wenig über die spätere Verwendbarkeit aus.
Müssen Mitarbeitende vor der Kamera Erfahrung haben?
Nein. Vertraute Themen, verständliche Fragen und genügend Zeit helfen beim Einstieg. Kurze Gesprächsantworten oder begleitete Arbeitssituationen können geeigneter sein als ein vollständig auswendig gelernter Text. Die passende Form sollte vorab gemeinsam entschieden werden.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Checklisten und Abläufe sind eine praktische Orientierung. Welche Maßnahmen passen, hängt von Ihrem Unternehmen, Ihren Zielen und den vorhandenen Grundlagen ab.
